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Partnerstädte


Eine Kurzbeschreibung der Partnerstädte der Stadt Münster/Westfalen


Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Stadt Münster mit insgesamt neun Städten eine Städtepartnerschaft eingegangen.

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York im englischen Norden seit 1958
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Orle'ans in Frankreich seit 1960
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Kristiansand in Norwegen seit 1967
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Monastir in Tunesien seit 1969
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Rishon-Le-Zion in Israel seit 1981
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Fresno in den USA seit 1986
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Rjasan südöstlich von Moskau seit 1989
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Mühlhausen in Thüringen als erste deutsche Stadt seit 1990
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Lublin in Polen seit 1991


Als erstes Zeichen der Versöhnung bekundeten Münster und York im Jahre 1958 ihre Freundschaft. Die Verbindung zwischen beiden Städten kommt durch den heiligen Luidger zustande, der mit der Errichtung eines Klosters den Grundstein von Münster legte und zuvor an der Domschule in York ausgebildet wurde. Zentrales Element der Partnerschaft ist der Schüleraustausch, aber auch weitere Verbindungen sind seit dem Jahre 1961 entstanden. So bestehen Kontakte zwischen verschiedenen Vereinen, Verbänden und Gruppen sowie zwischen einzelnen Familien beider Städte. Eine besondere Bindung zwischen beiden Städten besteht seit 1996 durch ein Kooperationsabkommen zwischen den Universitäten in York und Münster.


Im Jahre 1960 folgte eine zweite Partnerschaft mit der französischen Stadt Orléans. Ähnlich wie in Münster wurde der historische Stadtkern im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört und anschließend weitestgehend originalgetreu wiederaufgebaut. Zudem markierten bedeutende Ereignisse in beiden Städten Wendepunkte in der Geschichte. Jeanne d’Arcs erfolgreiche Belagerung Orléans im Jahre 1429 war ein Wendepunkt zugunsten Frankreichs im Hundertjährigen Krieg, während der Westfälische Friede von 1648 das Ende des Dreißigjährigen Krieges einläutete. Wie schon bei der Partnerschaft mit York ist auch hier der Schüleraustausch das zentrale Bindeglied, das durch weitere Beziehungen von Vereinen und Organisationen sowie sportlichen Begegnungen untereinander erweitert wird. Zusätzlich besteht zwischen Orléans und Münster ein reger Austausch von Praktikanten, Stipendiaten oder auch Berufseinsteigern.

Mit
Kristiansand ging Münster im Jahre 1967 als erste deutsche Stadt eine Städtepartnerschaft mit einer norwegischen Stadt ein. Die Initiative ging von Kristiansand aus, als Delegationen beider Städte zu den Jeanne d’Arc-Feierlichkeiten in Orléans weilten, zu denen Vertreter aller Partnerstädte eingeladen waren. Obwohl die Unterschiede zwischen beiden Städten in den Bereichen Einwohnerzahl und Geschichte nicht offensichtlicher sein können, besitzen sie seit Ende der 1970er Jahre eine Gemeinsamkeit. Zeitgenössische Skulpturen zieren die Stadtbilder sowohl von Münster als auch von Kristiansand. Die Partnerschaft zwischen beiden Städten drückt sich vornehmlich durch viele Treffen zwischen Schulen und Vereinen, aber auch privaten Freundschaften aus.

Weitaus ähnlicher sind sich demgegenüber Münster und die tunesische Stadt
Monastir. Sie entstanden ungefähr zur selben Zeit im 8. Jahrhundert. Ursprung war in beiden Fällen ein Kloster, was noch immer an den Namen der Städte erkennbar ist. Sowohl „Münster“ als auch „Monastir“ sind vom lateinischen „monasterium“ abgeleitet. So gingen beide Städte im Jahre 1969 eine Partnerschaft ein, deren maßgebliches Ziel die Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaftsförderung war. Für die intensivierte Zusammenarbeit nicht nur mit Monastir sondern auch den anderen Partnerstädten bekam Münster im Jahre 1970 vom Europarat die „Europa-Flagge“ als Auszeichnung überreicht. Dementsprechend konzentriert sich die Partnerschaft vor allem auf die Bereiche Medizin, Wirtschaft und Kultur, insbesondere Musik.

Die erste Partnerschaft mit einer israelischen Stadt wurde im Jahre 1981 mit
Rishon-Le-Zion unterzeichnet, nachdem bereits seit dem Jahre 1971 erste Kontakte auf sportlicher Basis geknüpft wurden. Obwohl Rishon-Le-Zion mit etwa einhundertjähriger Stadtgeschichte deutlich jünger als Münster ist, so ist es auch ein Verwaltungszentrum. Dennoch existiert ein besonders intensives gegenseitiges Interesse aneinander, was Freundschaften aber auch Hilfe und Unterstützung anbelangt.

Im Jahre 1986 schloss Münster eine Städtepartnerschaft mit
Fresno in den USA. Dabei gingen die ersten Kontakte bereits bis zu Beginn der 1980er Jahre zurück, die sich zunächst hauptsächlich auf den Jugendaustausch konzentrierten. Seitdem wurden die Kontakte mit der etwa 100 Jahre alten Stadt Fresno, einer der am schnellsten wachsenden Städte der USA, auch auf die Bereiche Sport und Musik sowie den Hochschulsektor ausgeweitet.

Nach dem Ende des
Kalten Krieges entwickelte sich die Idee der Städtepartnerschaften Richtung Osten. Als erste Stadt des ehemaligen Ostblocks ging die russische Stadt Rjasan im Jahre 1989 eine Stadtpartnerschaft ein. Beide Städte pflegten bereits seit Beginn der 1980er Jahre eine freundschaftliche Beziehung. Insbesondere die humanitäre Hilfe stand hierbei im Vordergrund. Aber auch in den Bereichen Kunst, Medizin sowie in den Verwaltungen der Städte und den ansässigen Banken konnten seitdem Kontakte geknüpft werden.

Im Jahre 1990 schlossen mit
Mühlhausen in Thüringen und Münster erstmals zwei deutsche Städte aus den ehemaligen getrennten Teilen Deutschlands eine Partnerschaft, die beide über frei gewählte Kommunalparlamente verfügten. Trotz Unterschieden in der Größe verfügen beide Städte auch über Gemeinsamkeiten: Sowohl Mühlhausen als auch Münster sind geprägt von einer historischen Altstadt mit vielen Kirchen. Zudem waren beide Mitglied in der Hanse und sind führend im Bereich des Klimaschutzes. Aufgrund der geringen Entfernung zwischen den beiden Städten haben sich viele Kontakte entwickelt, insbesondere zwischen den Schulen und in den Bereichen Kunst, Kultur und Sport.

Die bisher letzte Städtepartnerschaft wurde im Jahre 1991 mit
Lublin in Polen geschlossen. Dabei gingen die ersten Kontakte bereits auf den Beginn der 1970er Jahre durch die Universitäten beider Städte zurück. Seitdem haben sich die Kontakte der sich deutlich voneinander unterscheidenden Städte auf weitere Bereiche ausgeweitet. Dazu gehören neben Schüleraustauschen auch Verbindungen zwischen Kirchengemeinden, Künstlern, Sportlern sowie Medienvertretern.
Inzwischen ist es nicht nur bei den bilateralen Beziehungen geblieben. So haben sich mit Orléans – Kristiansand – Münster und Lublin – Rishon-Le-Zion – Münster bereits zwei Dreieckspartnerschaften entwickelt. Für die Aktivitäten der Städtepartnerschaften wurde Münster am 29. September 2007 mit dem Europapreis des „Instituts für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit“ ausgezeichnet und erzielte die höchste Punktezahl aller bewerteten Städten und ihren Partnerschaften.

Nach dem
Tsunami Weihnachten 2004 in Asien wurde deutschen Städten empfohlen, sich eine Stadt oder Region in den betroffenen Gebieten zu suchen, die ungefähr der Größe der deutschen Stadt entspricht und ihre Hilfe auf diese eine Stadt zu konzentrieren. Die Stadt Münster und ihre Umgebung wählten daraufhin die indonesische Insel Nias. Bis zum Abschluss der Aktion im Jahre 2008 konnten so insgesamt 689.500 Euro an Spenden gesammelt werden, mit denen unter anderem Boote für die Fischer auf Nias bezahlt wurden, um die Eigenversorgung der Insel mit Nahrungsmitteln zu fördern.